Wärme aus dem Wald: Kommunale Nahwärmeversorgung mit dem Holzhackschnitzel-Heizwerk in der Lindhooper Straße

Erst im vergangenen Jahrhundert durch die fossilen Rohstoffe Kohle, Erdöl und Erdgas abgelöst, war Holz Jahrtausende lang Energielieferant unserer Urahnen. In der heutigen Zeit gewinnt der Brennstoff Holz wieder an Bedeutung, denn moderne Holzheizungen und -heizwerke können mit ihren Abgaswerten im Vergleich zu Öl- und Gasheizungen durchaus mithalten. Im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern verbrennt Holz klimaneutral, denn Pflanzen nehmen während ihres Wachstums mit Hilfe von Sonnenenergie so viel Kohlendioxid auf und binden es, wie bei der Verbrennung freigesetzt wird. Fossile Energieträger wie Kohle und Öl belasten das Klima jedoch mit einem Vielfachen an CO2.

Im Rahmen der EXPO 2000 entstanden, liefert das 1998 in Betrieb genommene Holzheizwerk in Verden Wärme für die Gebäude der Kreisverwaltung, die Schule am Lönsweg, einen Autohändler, einen Supermarkt, weitere Bürogebäude sowie für das Schwimmbad.

Allein die 20.000 Quadratmeter Bürofläche des Landkreises haben einen Bedarf, der dem Verbrauch von 600 Haushalten entspricht.

Die Leistung hierfür erbringen zwei Holzheizkessel mit je 1.000 kW Leistung und ein 1.200 kW-Gasheizkessel, der Spitzenlasten oder Störungen abfangen soll. Die Steuerung der Anlage läuft vollautomatisch ab. Alle Abläufe im Holzheizwerk werden über Sensoren registriert und auf dem Computerbildschirm dargestellt. Im Viertelstundentakt wird bei den Verbrauchern der aktuelle Bedarf ermittelt und die Leistung der Öfen über den Computer in der Zentrale eingestellt. Bei möglichen Störungen sind die Stadtwerke-Mitarbeiter sofort im Bilde, wo ein Fehler aufgetreten ist.

Woher kommt das Holz?

Die Hälfte kommt aus der Forstwirtschaft, die froh ist, einen Abnehmer für Schwachholz gefunden zu haben und die andere Hälfte liefert eine Deponie in Beppen, die unbehandeltes Holz von Paletten und weitere Abfallhölzer zu Hackschnitzeln verarbeitet. Die Asche geht nach einer Untersuchung auf Schadstoffe als mineralischer Dünger in den Wald und die Landwirtschaft - ein gesunder Kreislauf also.