E-Autos sind längst alltagstauglich und erreichen je nach Modell Distanzen zwischen 300 und über 700 km. Allerdings liegt die tatsächliche Reichweite oft unter dem vom Hersteller angegebenen WLTP-Wert.
Das ist der verbindliche Standard zur Messung von Kraftstoffverbrauch, CO₂-Emissionen und Reichweite bei Neuwagen, der unter Laborbedingungen ermittelt wird. Laut ADAC weicht er etwa 20 bis 30 Prozent von der Realität ab, bei Autobahnfahrten und im Winter sogar bis zu 40 Prozent.
Reichweitenkiller
Im Fahralltag beeinflussen Faktoren wie Geschwindigkeit, Außentemperatur, Fahrstil sowie die Nutzung von Heizung oder Klimaanlage den Energieverbrauch erheblich. Wie sehr sich insbesondere Temperatur und Tempo auswirken, zeigt sich am Beispiel eines Fahrzeugs mit 400 km WLTP-Reichweite.
| Außentemperatur | 50 km/h | 100 km/h | 130 km/h |
| -10 °C | 400 km | 285 km | 179 km |
| 0 °C | 486 km | 313 km | 218 km |
| 10 °C | 543 km | 350 km | 243 km |
| 20 °C | 572 km | 368 km | 256 km |
Bei diesen geschätzten Reichweitenwerten handelt es sich um eine Modellrechnung bei einer Ladung von 100 %. Sie dienen lediglich dazu, eine ungefähre Einschätzung der Reichweite von E-Fahrzeugen unter realitätsnahen Bedingungen zu geben.
Für jeden das richtige Modell
Bei der Auswahl des passenden Modells hilft es, den täglichen Arbeitsweg, Lademöglichkeiten und Langstreckenanteile zu kennen. Der WLTP-Wert sollte etwa 50 Prozent über dem täglichen Bedarf liegen – für ausreichend Reserve bei Kälte, höherem Tempo oder längeren Fahrten. Wer den Eco-Modus nutzt, kommt spürbar weiter. Zudem wird empfohlen, den Ladezustand zwischen 20 und 80 Prozent zu halten. Das verlängert die Reichweite und die Lebensdauer der Batterie.