Verden wird klimaneutral – und der Fahrplan dafür steht bereits: Die neue kommunale Wärmeplanung zeigt, wie unsere Stadt bis 2040 treibhausgasneutral heizen kann. Ein wichtiger Baustein ist der Ausbau der Fernwärme.

Mit Fernwärme lässt sich die Wärmeversorgung eines Straßenzugs oder eines Viertels zentral regeln: Wasser wird in einem Heizhaus erhitzt und durch erdverlegte Rohre direkt zu den Gebäuden geleitet. Über eine kompakte Übergabestation gelangt die Wärme in das hauseigene Heizsystem. Das abgekühlte Wasser fließt anschließend zurück zum Werk.

Viele Vorteile

Fernwärme bedeutet, dass in den Wohnungen keine Wärme mehr erzeugt werden muss – das ist effizient und macht Öl- oder Gasheizungen überflüssig. Ein großer Pluspunkt: Heizkörper und Rohrleitungen können in der Regel weiterverwendet werden. „Ein kompakter Hausanschluss samt Übergabestation genügt, um die gelieferte Wärme zuverlässig im ganzen Gebäude zu verteilen“, sagt Clas Papenhausen, Abteilungsleiter Technischer Service für Energie und Wärme. 

Die Kosten für den Hausanschluss ans Fernwärmenetz lassen sich durch staatliche Förderungen deutlich senken. Verbraucher profitieren ferner von nur minimalen Wartungskosten. Sorgen um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gehören mit Fernwärme ebenfalls der Vergangenheit an. Wir stellen sicher, dass der für neue Heizungen vorgeschriebene Anteil aus erneuerbaren Energien stets erreicht wird.

Aktuell wird das Verdener Flüsseviertel als mögliches Fernwärmegebiet untersucht.

Auch für die Verdener Altstadt soll eine Studie durchgeführt werden.

Planung mit Weitblick

Eine Hürde auf dem Weg zur Klimaneutralität konnte unlängst genommen werden: Der Bund fördert zwei Machbarkeitsstudien, die als Grundlage für den Netzausbau in Verden dienen sollen, mit 50 Prozent der Kosten. Dabei geht es zunächst um das Flüsseviertel und das Gebiet um die Aller-Weser-Halle. Bis zum Jahresende 2026 sollen umsetzbare Zwischenergebnisse vorliegen. Auch für die Altstadt ist eine Förderung bereits genehmigt. Aktuell wird das Verdener Flüsseviertel als mögliches Fernwärmegebiet untersucht.